Borderline Online



Durch das Fertigkeitentraining in der Gruppe im Rahmen der DBT können Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung neue Verhaltensmuster und Problemlösungsstrategien lernen anzuwenden, die ihnen bei ihren spezifischen Problemen helfen sollen, auf die bisherigen destruktiven Verhaltensmuster zu verzichten.

Das Fertigkeitentraining besteht aus bis jetzt vier Modulen, die nacheinander angeboten werden und aufeinander aufbauen. Sie sind abgestimmt auf die verschiedenen Problembereiche der Patientinnen.

  1. Innere Achtsamkeit
  2. Zwischenmenschliche Fähigkeiten
  3. Bewußter Umgang mit Gefühlen
  4. Streßtoleranz



Bei diesem Modul werden Achtsmakeitsübungen angeboten, die sich an der Praxis der Achtsamkeit des buddhistischen Mönchs und Zen-Meisters Thich Nhat Hanh orientieren.

    In der DBT werden drei verschiedene Anteile unterschieden, die unser Erleben und Verhalten auf unterschiedliche Weise bestimmen: Vernunft, Gefühl und das intuitive Verstehen und Wissen (Marsha Linehan, 1996, S. 77).

Jenachdem, welchen Weg ein Mensch bevorzugt, verhält er sich unterschiedlich und das Ergebnis ist ein anderes.

Achtsamkeit ist ein Weg, Verstand und Gefühl in Einklang zu bringen und intuitives Verstehen und Wissen zu erreichen.

In der DBT werden dafür die "Wie-Fertigkeiten" und die "Was-Fertigkeiten" angeboten:




  • "Die Bewertung ist die Pforte zur Emotion"*

    Das achtsame Wahrnehmen und Beschreiben ohne Attribition ist ein schwieriger langwieriger Prozeß, so Martin Bohus. "Gerade traumatisierte Menschen aktivieren zumeist automatisiert komplexe Bewertungsmuster, die dann rasch in emotionale Prozesse münden." (Martin Bohus, 2002, S. 80). Neben den Achtsamkeitsübungen der DBT nach Marsha Linehan gibt es für traumatisierte Menschen beispielsweise die Imaginationsübung 'Der Innere Beobachter' von Luise Reddemann.


  • Konzentration

    Ein wichtiger Aspekt der Achtsamkeit ist das Unterechenkönnen von kreisenden Gedanken, die in dysfunktionalen Verhaltensmsutern oder Grübeln enden können, werden sie nicht unterbrochen.
    Zudem kann das achtsame Wahrnehmen eines dysfunktionalen Verhaltens aversiv wirken.


  • Wirkungsvolles Handeln

    Damit ist zielgerichtetes und angemessenes Verhalten unter Nutzung aller Möglichkeiten. So können Alternativen zum bisherigen Verhalten geschaffen werden.

*Martin Bohus, 2002, S. 80

Die "Was-Fertigkeiten" stellen dazu eine sinnvolle Ergänzung dar.




Wahrnehmen - Beschreiben - Teilnehmen

Ziel der Was-Fertigkeiten ist das bewußte und achtsame Wahrnehmen im Alltag.

Wahrnehmen bedeutet, Situationen und Gefühle zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie zu bewerten und sie anzunehmen, wie sie sind.

Eigenes Verhalten oder das anderer Menschen wertfrei zu benennen und zu beschreiben, schafft innerlich Distanz. Martin Bohus erklärt die Wirkung folgendermaßen: "Es erleichtert den kontinuierlichen Lernprozeß, daß Emotionen und Kognitionen lediglich Reaktionsmuster auf verschiedene Aspekte der Wahrnehmung sind und nicht als Widerspiegelung tatsächlicher Ereignisse zu verstehen sind." (Martin Bohus, 2002, S. 79)


In den nächsten Tagen werden hier weitere Informationen zum Fertigkeitentraining zu finden sein. Wir bitten um Geduld. Danke.

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Dialektisch Behaviorale Therapie Borderline



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 29.06.2006

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