Selbstverletzendes Verhalten birgt nicht 'nur' das Risiko tiefer sowie gefährlicher Verletzungen wie beispielsweise durchtrennte Sehnen o.a., sondern auch entstellener Narben. Narben, für die sich die Betroffene dann jahrelang schämen und wegen derer sie sich weigern am Sportunterricht in der Schule teilzunehmen oder jeden Sommer egal bei welcher Hitze nur mit langärmeligen T-Shirts und Pullovern das Haus verlassen. Günstigstenfalls bleiben weiße Linien auf dem Körper zurück, aber auch diese bleiben sichtbar und jahrelang bestehen. Weitaus schlimmer ist es dann, wenn nicht genähte tiefe Schnittverletzungen zu dicken roten Wulsten wereden. Aber selbst, wenn eine Wunde chirurgisch versorgt wurde, können dennoch neugierige Fragen aufkommen.

So stellt sich natürlich die Frage der Narbenreduktion. Eine solche bringt natürlich erst wirklich etwas, wenn das Symptom erfolgreich überwunden wurde, da sonst laufend neue Narben hinzukommen werden.

Es geht aber auch darum, die Wunden möglichst schnell selbst zu versorgen, wenn sie kleiner sind und nicht genäht oder geklammert werden werden müssen. Ist es schlimmer, scheuen nicht wenige Betroffene aus verständlichen Gründen, ihre Verletzungen chirugisch behandeln zu lassen. Sie haben einfach Angst gegen ihren Willen in die nächste 'Geschlossene' verfrachtet zu werden. Denn oft meinen Chirurgen leider noch immer, Menschen, die sich selbst Verletzungen zufügen seien akut suizidgefährdet. Aber auch Freunde und Angehörige, die die Betroffene zum Krankenhaus begleiten, drängen nicht selten auf eine sofortige Einweisung. Natürlich sei nicht bestritten, daß sich in einem eher kleineren Teil der Betroffenen eine akute Suizidgefährdung entwickeln wird. Meist ist dies aber nicht der Fall. Und somit wird der Gang zu einer chirurgischen Ambulanz vermieden.

Hier werden bald Informationen zur Narbenreduktion zu finden sein. Wir bitten uma Geduld. Danke.





Selbstverletzendes Verhalten



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2006

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