Zu den Kriterien der Schizotypischen Persönlichkeitsstörung zählt der Glaube an Hellseherei und wird dort als magisches Denken gesehen. Ich selbst (Monika), ich habe ja eine Schizotypische Persönlichkeitsstörung und möchte einiges aus meiner, wennauch subjektiven Sicht dazu sagen.

Ich bin hellsichtig und vor allem hellfühlig, beschäftige mich viel mit Spiritualität, Esoterik, aber auch mit der Praxis der Achtsamkeit nach Thich Nhat Hanh. Vor vielen Jahren waren wir in einer charismatischen Freikirche, die ich heute als Sekte betrachte. Mein Glaube ist mir mir nach wie vor sehr wichtig, ich respektiere, wie die Menschen dort für sich ihren Glauben leben und praktizieren. Wir wollen uns jedoch nicht mehr in solche Freikirchen begeben oder einer solchen angehören. Ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens und auch anderer von uns, ist der Glaube an Engel geworden.

In der Freikirche gab es viel magisches Denken und zwar in einer Form kindlich anmutenden Wunschdenkens. Das konnte so aussehen, daß mir jemand empfahl mein Tyroxin, ich habe von Geburt an keine Schilddrüse, abzusetzen, dann werde Gott in mir eine Schildrüse wachsen lassen. Das habe ich natürlich nicht getan. Ich möchte damit nicht den jenigen abwerten oder es der gesamten Freikirche zuschreiben. Ich bin überzeugt, daß Gott ausreichend vielen Menschen die Begabungen gegeben hat um Ärzte oder Ärztinnen zu werden. Es trübt meinen Glauben nicht, dorthin zu gehen.

Eine andere Form magischen Denkens ist nach meiner Ansicht, wenn von von spirituellen Beratern oder durch Kartenlegen etc. erwartet wird, daß dadurch Entscheidungen und eigenes Handeln abgenommen werden. Das ist sicher nicht so! Es können lediglich Möglichkeiten aufgezeigt werden, handeln muß oder kann man selbst! Ein magisches Denken in dieser Richtung kann kurzfristig der Reduktion von Angst dienen, langfristig aber verstärkt es die Angst und läßt in Passivität verharren.

Wie bereits oben geschrieben, bin ich hellsichtig und hellfühlig. Das sehe ich an sich nicht als magisches Denken oder pathologisch. Glücklicherweise traf ich bislang immer wieder auf Therapeuten, die dies akzeptieren und mich sogar bestärken, mich mit Spiritualität und Esoterik zu beschäftigen. Sicher spiegelt meine Spiritualität meine hohe Sensitivität wider, die mir als schizotypische Persönlichkeit eigen ist. Ich möchte meine Sensitivität positiv für mich nutzen, wie mir ein ehemaliger Therapeut immer wieder geraten hatte. Darin liegt auch eine Chance. Mir ist dies wichtig zu sagen, denn ich bin der Ansicht, daß Hellsichtigkeit nicht automatisch, weil man eine schizotypische Persönlichkeitsstörung Ausdruck von Krankheit oder pathologisch ist.



Schizotypische Persönlichkeitsstörung



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 15.02.2007

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