Hier sind die diagnostischen Kriterien der Schizotypie zu finden, die im DSM IV-TR der American Psychiatric Association (APA) Schizotypische Persönlichkeitsstörung genannt wird und in der ICD 10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schizotype Störung heißt.

Diagnostische Kriterien der Schizotypen Persönlichkeitsstörung gemäß DSM IV* (301.22)


A)

Ein durchgängiges Muster sozialer und zwischenmenschlicher Defizite, die jeweils von einem akut erlebten Unbehagen und von Mängeln in der Beziehungsfähigkeit begleitet werden, sowie kognitive oder Wahrnehmungs-Störungen und ein ezxentrisches Verhalten; der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und zeigt sich in einer Vielfalt von Zusammenhängen; fünf (oder mehr) der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

    (1) Beziehungsideen (jedoch kein Beziehungswahn);

    (2) seltsame Glaubensinhalte oder magisches Denken, die das Verhalten beeinflussen und mit subkulturellen Normen unvereinabr sind (wie z.B. Aberglaube, Glaube an Hellseherei, Telepathie oder den "sechsten Sinn", bei Kindern und Adoleszenten sind es bizarre Phantasien und Befürchtungen);

    (3) ungewöhnliche Wahrnehmungen, einschließlich körperliche Illusionen;

    (4) eigenartiges Denken und Sprechen (vage, weitschweifig, metaphorisch, überelaboriert oder stereoyp);

    (5) Argwohn und paranoide Vorstellungen;

    (6) inadäquater oder einegschränkter Affekt;

    (7) Verhalten oder äußere Erscheinung wirken sonderbar, exzentrisch oder seltsam;

    (8) fehlende enge Freunde oder Vertraute außer den Verwandten ersten Grades;

    (9) extreme soziale Ängstlichkeit, die sich nicht in vertrauter Umgebung verringert und die eher mit paranoiden Befürchtungen zusammenhängen als mit negativen Urteilen über sich selbst.

B)

Tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer Schizophrenie, einer Stimmungsstörung mit psychotischen Eigenarten oder einer anderen psychotischen Störung oder als grundlegende Entwicklungsstörung auf.

Anmerkung: Sind die Kriterien bereits vor Entstehung einer Schizophrenie erfüllt, sollte das Adjektiv "prämorbid" hinzugefügt werden (z.B. "schizotype Persönlichkeitsstörung (prämorbid)").


*zitiert aus dem Buch "Persönlichkeitsstörungen" von Peter Fiedler, Beltz, 3. Auflage,1997

ICD-10-Kriterien der Schizotypen Störung (F21; dort im Bereich F2: Schizophrenie)*


Eine Störung mit exzentrischem Verhalten und Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirken, obwohl nie eindeutige und charakteristische Symptome aufgetreten sind. Es gibt kein beherrschendes oder typisches Merkmal; jedes der folgenden kann vorhanden sein:

    1. Inadäquater oder eingeschränkter Affekt (der Patient erscheint kühl und unnahbar).

    2. Seltsames, exzentrisches und eigentümliches Verhalten und Erscheinung.

    3. Wenig soziale Bezüge und Tendenz zu sozialem Rückzug.

    4. Seltsame Glaubensinhalte und magisches Denken, die das Verhalten beeinflussen und im Widerspruch zu (sub)kulturellen Normen stehen.

    5. Mißtrauen oder paranoide Ideen.

    6. Zwanghaftes Grübeln ohne inneren Widerstand, oft mit dysmorphoben, sexuellen oder aggressiven Inhalten.

    7. Ungewöhnliche Wahrnehmungsinhalte mit Körpergefühlsstörungen oder anderen Illusionen, Depersonalisations- oder Derealisationserleben.

    8. Denken und Sprache vage, umständlich, metaphorisch, gekünstelt, stereotyp oder anders seltsam, ohne ausgeprägte Zerfahrenheit.

    9. Gelegentliche vorübergehende Quasiepisodische Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen; diese Episoden treten im allgemeinen ohne äußere Veranlassung auf.

Die Störung zeigt einen chronischen verlauf mit unterschiedlicher Intensität. Gelegentlich entwickelt sich eine eindeutige Schizophrenie. Es läßt sich kein eindeutiger Beginn feststellen; Entwicklung und Verlauf entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung. Sie findet sich häufiger bei Personen mit manifest schizophren Erkrankten in der Familie. Man nimmt an, daß sie einen Teil des genetischen "Spektrums" der Schizophrenie verkörpert.

Diese diagnostische Kategorie wird nicht zum allgemeinen Gebrauch empfohlen,d a keine klaren Grenzen zur Schizophrenia simplex oder zu den schizoiden oder paranoiden Persönlichkeitsstörungen vorhanden sind.

Dazugehörige Begriffe:

- Borderline Schizophrenie - Grenzschizophrenie
- Grenzpsychose - latente schizophrene Reaktion
- latente Schizophrenie - präpsychotische Schizophrenie
- prodromale Schizophrenie - pseudoneurotische Schizophrenie
- pseudopsychopathische Schizophrenie - Schizotypie
- schizotype (schizotypische) Persönlichkeitsstörung

Ausschluß:

- schizoide Persönlichkeitsstörung (F60.1)

- Asperger Syndrom (schizoide Störung in der Kindheit) (F84.5)


*zitiert aus dem Buch "Persönlichkeitsstörungen" von Peter Fiedler, Beltz, 3. Auflage, 1997

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Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 15.10.2005

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