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Schizotypische Menschen erleben seit Kindheit an, daß sie 'anders' sind, nicht dazugehören. Sie fühlen sich nicht selten innerlich tot und beobachten andere Menschen 'beim Leben'. Sie sind Zuschauer des Lebens. Sind oft tatsächlich und fühlen sich selbst als Außenseiter. Da sie sich ihres 'Andersseins' schmerzlich bewußt sind und oft davon überzeugt sind, nicht liebenswert zu sein, ziehen sie sich zurück, obwohl sie sich meist sehr einsam fühlen und darunter leiden.

Bereits in der Schule waren sie meistens Außenseiter, wegen ihres 'Andersseins'. Möglicherweise lebten sie durch ihre Familie unfreiwillig isoliert, das heißt heißt, Kontakte zu Gleichaltrigen waren ihnen außerhalb der Schule verboten. Während sie in der Schule möglicherweise Mobbing ausgesetzt waren, so ist ein Teil von ihnen auch innerhalb der Familie unter Umständen sogar schwer und komplex traumatisiert durch emotionale Vernachlässigung, sexuellen Mißbrauch oder körperliche Mißhandlung. So beschreibt dies die amerkikanische Expertin für Persönlichkeitsstörungen Lorna Smith Benjamin.

So ist die Welt für viele Betroffene, insbesondere für diejnigen, die seit Kindheit an traumatisiert sind, ein gefährlicher Ort. Da wundert es auch wenig, bei den wenig erfreulichen Erfahrungen mit anderen Menschen sowie mit engen Beziehungen, ob mit oder auch ohne schwere Traumata in der eigennen Lebensgeschichte, daß die Welt zu einem gefährlichen Ort wurde und sie selbst zu überaus mißtrauischen Menschen wurden.

Aus ihrer Außenseiterposition heraus beobachten sie gewissermaßen Menschen dabei, wie sie leben. Sie sehen ihnen 'beim Leben' zu. Einem Leben, daß sie so nicht kennen. Bei Erfahrungen und Beziehungen, die sie sich wünschen, aber nicht erreichen können. Leider aber neigen sie dazu, solange sie keine therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, die Ursachen ihrer Probleme vorwiegend in ihrer Umgebung zu suchen und gehen weniger davon aus, daß sie eine behandelbare Persönlichkeitsstörung haben, die ihnen neben geeigneten Medikamenten helfen könnte, ihre soziale Kompetenz zu verbessern, Vertrauen und Selbstwertgefühl zu entwickeln, sich selbst und die Gründe ihres 'Andersseins' zu verstehen und belastbarer zu werden. Auch können sie so in einer Psychotherapie lernen, Situationen objektiv einzuschätzen, besser für sich selbst zu sorgen und mit sich umzugehen und mit produktiv mit ihrer Sensitität umzugehen. Sie können auch so lernen, nicht nur aus sicherem Abstand als Außenseiter anderen Menschen 'beim Leben zuzusehen', sondern selbst Anteil daran zu haben.

Literatur:

Beck, Aaron T. u. Freeman, Arthur; Kognitive Therapie der Persönlichkeitsstörungen, 1993, Beltz Psychologie Verlags Union
Fiedler, Peter; Integrative Therapie der Persönlichkeitsstörungen, 2000, Hogrefe
Fiedler, Peter; Komplexe Traumatieserung und Persönlichlichtsstörungen, in Aktuelle Entwicklungen in der Psychotraumatologie; Seidler, Günter H; Lszig, Parfen; Micka, Ralph; Nolting, Björn V.; 2003, Psychozial-Verlag
Rudolf, Gerd; Krankheiten im Grenzbereich von Neurose und Psychose; 1977; Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen
Smith Benjamin, Lorna; Die Interpersonelle Diagnose und Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, 2001, CIP-Medien



Schizotypische Persönlichkeitsstörung



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2007

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