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Was ist eine Dissoziative Identitätsstörung? (DIS) www.blumenwiesen.org Monika Kreusel

Dissoziative Identitätsstörung ~ multiple Persönlichkeit ~ www.blumenwiesen.org ~ Monika Kreusel
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Fotostudio Reiner Diart, Köln

Die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) ist, wie der Name schon sagt eine dissoziative Störung, bei der die Identität betroffen ist. Sie ist die Störung, die der multiplen Persönlichkeit zugrunde liegt.

Die dissoziierten Identitäten, im folgenden auch Personen, Persönlichkeiten oder Persönlichkeitszustände genannt, beinhalten bestimmte ihnen zugedachte Funktionen oder auch Eigenschaften, die im Alltagsleben nicht gelebt werden können.

Es bestehen mindestens zwei voneinander unterscheidbare Identitäten in einer Person, bzw. einem Körper, die abwechselnd die Kontrolle über den Körper übernehmen. Damit entstehen vor allem für die Lebensgeschichte der Betroffenen Erinnerungslücken, die nicht allein mit Vergesslichkeit erklärbar sind. Aber auch kann das Gedächtnis in der Gegenwart Lücken aufweisen, die nicht durch den Konsum von Drogen oder Alkohol verursacht wurden. Das heißt natürlich durchaus, daß jemand, der unter einer DIS leidet, sehr wohl auch amnestisch sein kann, für Zeiträume, in denen er oder sie z.B. Alkohol konsumiert hat. Aber diese Amnesien treten an sich unabhängig vom Alkoholkonsum auf und eben auch, wenn nichts getrunken wurde.

Somit weiß man dann nicht, was man in einer bestimmten Zeit, die von ganz unterschiedlicher Länge sein kann, getan oder gesagt hat oder man merkt selbst nichts von seiner Amnesie, aber man wird vielleicht beispielsweise von anderen Menschen auf Verhaltensweisen o.a aufmerksam gemacht, von denen man selbst nichts weiß. Vielleicht ist man dann selbst auch ganz und gar nicht mit den beschriebenen Verhaltensweisen einverstanden... Oder aber man erlebt, dass eine der Personen sich aus dem Inneren nach außen drängt und beispielsweise anfängt zu sprechen- und man selbst kann es nicht verhindern. Auch jemand, der nicht unter dieser Störung leidet, wird sich nun vielleicht vorstellen können, daß all dies einen enormen Leidensdruck bei den Betroffenen bewirkt, vor allem auch, wenn diese ihre Diagnose noch nicht wissen. Aber nach Kenntnis um diese Störung.

Die einzelnen Identitäten können aber auch, zumindest teilweise oder zeitweise kobewußt sein.Sie bekommen das Handeln, Denken und Fühlen der anderen mit. Es können auch kobewußte und amnestische Identitäten nebeneinander existieren. Oder aber die Primärpersönlichkeit allein, das ist meist die, die den ursprünglichen Namen trägt und allgemein die meiste Zeit "draußen" ist weiss nichts von der Existenz der übrigen. Das kann beispielsweise auch bedeuten, dass eine der Personen einer anderen im Inneren etwas mitteilt. Dieses Hören von Stimmen ist meist für die Betroffenen sehr beängstigend. Bei der Dissoziativen Identitätsstörung werden diese meist innerhalb des Kopfes wahrgenommen im Gegensatz zu einer schizophrenen Erkrankung, bei der die Stimmen ausserhalb des Kopfes wahrgenommen werden. Genauso kann es passieren und da gibt es vordergründig eine Gemeinsamkeit, dass auch die Primärperson die Gedanken einer anderen Person im Inneren wahrnehmen kann oder dass diese ihre Gefühle förmlich aufdrängt. Es dürfte verständlich sein, wenn Betroffene Angst haben, mit anderen Menschen über diese Erfahrungen zu sprechen, weil sie befürchten für verrückt gehalten zu werden.

Die übrigen Persönlichkeiten können jeweils einen eigenen Namen haben, was aber keinesfalls bei allen der Fall ist. Sie weisen aber eigene Erinnerungen auf, können über andere Vorlieben, Interessen, Kontakte zu anderen Menschen verfügen und andere Ansichten, auch zu sich selbst haben als die Primärpersönlichkeit. Auch das Geschlecht und das Alter müssen keinesweges mit dem der Primärpersönlichkeit übereinstimmen. Kleine Kinder in einer Multiplen anzutreffen ist nicht selten, sondern eher wahrscheinlich. Oft trauen sich diese aber nicht "nach draußen".

Der Begriff der Dissoziativen Identitätsstörung, der hierzulande auch wohl der üblichere ist ist unseres Erachtens der präzisere, weil er besser geeignet ist z.B. Unterschiede in der Bewusstheit der verschiedenen Persönlichkeitszustände zu erfassen als der Begriff der Multiplen Persönlichkeitsstörung (MPS).

Die Dissoziative Identitätsstörung ist selbst keine Persönlichkeitsstörung. Oft aber haben die Betroffenen jedoch gleichzeitig (komorbid) eine Persönlichkeitsstörung entwickelt. Häufig ist dies beispielsweise eine Borderline- bzw. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, nicht selten auch eine narzisstische oder eine schizotypische Persönlichkeitsstörung. Die einzelnen Persönlichkeiten in einer oder einem Multiplen können auch jeweils verschiedene Symptome oder Störungen aufweisen. Auch andere psychische Störungen, wie Essstörungen beispielsweise sowie, wenn auch sehr selten eine Schizophrenie können gleichzeitig neben der DIS bestehen. Dies erfordert eine genaue Diagnostik und es ist keinesfalls ungewöhnlich, wenn eine Betroffene vor der Festellung der Dissoziativen Identitätsstörung jahrelang andere, vielleicht auch tatsächlich unzutreffende Diagnosen erhalten hatte. Die übrigen Diagnosen müssen jedoch nicht falsch gewesen sein.

Die Dissoziative Identitätsstörung ist in dem meisten Fällen die Folge anhaltender extremer Traumatiesierung in der frühen Kindheit. Als Ursache dafür kommen vor allen Dingen sexueller Missbrauch in Frage, körperliche Misshandlung, extreme emotionale Vernachlässigung sowie Invalidierung. Natürlich können verschiedene Ursachen zusammenkommen. Das ist sogar mehr als wahrscheinlich, da zum Beispiel sexueller Missbrauch, sofern er in der Familie bzw. Verwandschaft(nicht immer nur durch den Vater!) stattfindet. Weiteres dazu ist auf der Seite zu den Ursachen zu finden.

Die einzelnen Identitäten in einer multiplen Persönlichkeit können einen unterschiedlichen Reifungsgrad und damit eben auch ein unterschiedliches Alter unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Entstehung aufweisen. Was aber eben eingeschränkt oder besser gesagt lange unmöglich ist, ist die Integrierbarkeit der einzelnen untereinander. Das ist aber auch eine Überlebensstrategie. Was ein Kind allein nicht ertragen kann, ertragen bei Multiplen gleich mehrere Kinder, die sich dann gemäß der Lebensbedingungen und eigenen Handlungsstrategien individuell weiterentwickeln.

Die verschiedenen Personen innerhalb einer multiplen Persönlichkeit stellen zusammen ein individuell verschiedenes System dar, das gewissermaßen von aussen betrachtet die "Gesamtpersönlichkeit" darstellt. Daher können die verschiedenen Persönlichkeitszustände auch als Anteile der Primärpersönlichkeit betrachtet werden. Und nicht jeder mit einer DIS hat aktuell mehr oder weniger regelmäßig Amnesien und nicht alle Personen in einem System können wirklich als vollständige Persönlichkeitszustände gesehen werden. Die einzelnen Personen können in ihren Verhaltensmustern und ihrer Einstellung geradezu konträr zueinander erscheinen, wodurch dann Persönlichkeitswechsel (auch Switches genannt) eher auffallen, als wenn die Unterschiede geringer sind und die einzelnen Personen zum Beispiel eine vergleichbare Persönlichkeitstruktur aufweisen und damit die Wechsel weniger offensichtlich sind.

Natürlich gibt es aber auch bei der Art der Wechsel Unterschiede, je nachdem, ob eine Person abrupt benötigt wird um eine bestimmte akute Situation zu bewältigen. Die Wechsel können demnach auch einen eher fließenden Übergang darstellen und man sollte bedenken, dass nicht wenige multiple Persönlichkeiten jahrelang darin trainiert sind, ihre Symptome zu verbergen. Auch die Personen, die im Inneren leben, müssen keinesfalls daran interessiert sein, dass man sie äusserlich deutlich wahrnimmt. Es ist auch keinesfalls unbedingt zu erwarten, dass sie nach "draußen" kommen, wenn sie zu einer Person, einem Arzt z.B. oder wem auch immer gegenüber kein oder noch wenig Vertrauen haben.

Deistler Imke; Vogler, Angelika Einführung in die Dissoziative Identitätsstörung, Junfermann 2002

Fiedler, Peter Dissoziative Störungen und Konversion, Beltz 2001

Huber, Michaela Multiple Persönlichkeiten, Fischer 1995

Ross, Colin A. Dissociative Identity Disorder, John Wiley & Sons,Inc 1997

Schneider, Peter K. ICH bin WIR. Die MULTIPLE Persönlichkeit, ars una 1997



Bücher zum Thema Dissoziative Identitätsstörung

Bild Dissoziative Störungen und Konversion

Peter Fiedler

Rezension
Bild Diagnose und Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung

Frank W. Putnam
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Die MULTIPLE Persönlichkeit

Peter K. Schneider
Bild Einführung in die Dissoziative Identitätsstörung

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Imke Deistler und Angelika Vogler
Bild Vater unser in der Hölle

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Überlebende extremer Gewalt

Michaela Huber

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Zuletzt aktualisiert am 02.01.2010

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