Wir alle kennen störende und unliebsame Gewohnheiten, derer wir uns gerne entledigen möchten. Der Wille alleine reicht nicht Nur wie geht es? Thich Nhat an bietet dafür eine Übung an. Diese Übung heißt 'Unseren Gewohnheitsenergien zulächeln'. Du findest sie auch in dem Büchlein 'Frei sein, wo immer du bist', erschienen im Theseus-Verlag.

Unseren Gewohnheitsenergien zulächeln

Es gibt eine starke Energie in uns allen, die wir Gewohnheitsenergie nennen können. Der Sanskritausdruck dafür ist Vasana. Jeder von uns hat Gewohnheitsenergien in sich, die uns immer wieder dazu treiben, Dinge zu sagen oder zu tun, die wir eigentlich nicht sagen oder tun wollen. Daher können diese Gewohnheitsenergien sowohl uns selbst wie auch unseren Beziehungen zu anderen Menschen großen Schaden zufügen. Obwohl wir uns verstandesmäßig darüber im Klaren sind, dass eine bestimmte Äußerung oder eine bestimmte Handlung viel Leiden bewirken wird, sagen oder tun wir solche Dinge dennoch. Und sobald diese Dinge gesagt oder getan sind, ist der Schaden schon da. Dann bereuen wir, schlagen uns auf die Brust, raufen uns das Haare und beteuern: »Ich werde sowas nie wieder sagen oder tun.« Doch obwohl wir diesen Vorsatz ganz aufrichtig ausprechen, werden wir das nächste Mal , wenn sich die entsprechende Situation wiederholt, doch wieder das Gleiche sagen und tun. Dies ist die Macht der Gewohnheitsenergie, die uns vielleicht durch unsere Eltern und Vorfahren übertragen wurde.
Achtsames Atmen kann euch helfen, Gewohnheitsenergien zu erkennen, sobald sie sich zu manifestieren beginnen. Ihr müßt diese Energien nicht bekämpfen; es reicht völlig, wenn ihr sie die euren erkennt und ihnen zulächelt: »Hallo, meine Gewohnheitsenergie. Ich weiß, dass du da bist, aber du kannst mir nichts anhaben.« Lächelt ihr zu , und ihr seid frei. Dies ist ein wunderbarer Schutz. Ich versichere euch noch einmal, dass Achtsamkeit die Energie Gottes ist, die Energie des Buddha, die uns immer beschützt.
Damit die Energie der Achtsamkeit ihre wunderbare Wirkung für uns entfalten kann, ist es sehr wichtig, dass wir die Übung des achtsamen Gehens und des achtsamen Atmens täglich praktizieren. Wenn die Gewohnheitsenergie sich zu manifestieren beginnt, fahrt fort zu atmen, erkennt sie und sagt ihr: »Hallo, meine Gewohnheitsenergie. Ich weiß, dass du da bist, aber ich bin frei. Du kannst mich nicht wieder dazu treiben, bestimmte Dinge zu sagen und zu tun.« Auf diese Weise eignet ihr euch ein ganz neues Reaktionsmuster an - ihr erzeugt eine positive Gewohnheitsenergie, welche die negative Gewohnheitsenergie ersetzen wird.
Unsere Beziehungen mit anderen Menschen sind für unser Wohlbefinden, für unser Glücklichsein entscheidend. Manchmal behandeln wir andere oder uns selber sehr schlecht, weil wir uns von negativer Gewohnheitsenergie beherrschen lassen. Doch wir sollten uns selbst immer mit Achtung, Wohlwollen und Mitgefühl begegnen. Dies ist sehr wichtig. Wenn wir wissen, wie wir unserem eigenen Körper und Geist mit Achtung begegnen, werden wir auch fähig, anderen Menschen mit ebensolcher Achtung entegegenzutreten. Und dies ist der einzige Weg, wie wir Frieden, Freiheit und Glück in der Welt verwirklichen können. Jede und jeder von uns ist fähig, in solcher Weise zu handeln. Wir brauchen nur ein wenig Schulung. Sehr förderlich ist es, Freunde zu haben, mit denen wir gemeinsam praktizieren können. In einer Gemeinschaft, einer Sangha, kann jeder den anderen in der Übung unterstützen, die Energie namens Achtsamkeit zu entwickeln - Achtsamkeit während des Gehens, Achtsamkeit während des Atmens und Achtsamkeit während des Essens.
Wir können jeden Augenblick unseres täglichen Lebens als Gelegenheit nutzen, Achtsamkeit zu kultivieren - die Energie des Buddha, des Heiligen Geistes. Wo auch immer der Heilige Geist sich befindet, da sind Verstehen, Versöhnung und Mitgefühl gegenwärtig. Die Energie der Achtsamkeit weist die gleiche Qualität auf. Wenn wir wissen, wie wir diese Energie erzeugen können, werden wir wahrhaft präsent und wahrhaft lebendig zu zuw ahrem Verstehen fähig sein. Verstehen läßt uns mitfühlend werden, und das wird alles verändern.



Achtsamkeit    Wohlfühl-Oase



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 16.02.2007

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