Wir waren auf 5 Schulen. Nein, wir haben nicht laufend die Schule gewechselt...

Angefangen haben wir, wie jeder, auf einer Grundschule. Und zwar 1977 in Eitorf in der Gemeinschaftsgrundschule. Bereits hier gab es Phasen von 'Leistungsverweigerung' und sehr schwankenden Leistungen. Schon jetzt wurden Fragen wie 'Wer ist denn wir?' gestellt. Nach dem 4. Schuljahr 1981 haben wir sie verlassen und ein neuer Lebensabschnitt begann.

Nun ging es jeden Morgen mit dem Zug zur Realschule Herchen. Das waren teilweise persönlich sehr harte Zeiten. Wir erlebten jahrelange Ausgrenzung und zuweilen sogar Gewalt. Einmal versuchte uns jemand aus einer höhreren Klasse vor einen einfahrenden Zug auf die Gleise zu stoßen. Ein Mitschüler von ihm hielt uns gerade noch rechtzeitig fest. Zu späterer Zeit, am 2. Dezember 1983 kamen wir mit gebrochener Nase nach Hause. Auch dies war jemand aus einer höheren Klasse.


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Von den Noten her war zwischen 'sehr gut' und 'ungenügend' alles möglich. Das 7. Schuljahr war ein besonders düsteres Jahr. Ein Jahr mit Suizidgedanken, einem Suizidversuch mit 13 Jahren und im fast ständigen Dämmerzustand. Im fliegenden Wechsel. Am 8. März 1984 ergriffen einzelne von uns gewissermaßen die Flucht nach Köln. Raus aus der Situation. Die Suizidgedanken spitzten sich weiter zu. Nachts sammelte uns jemand in der City auf und rief unsere Eltern an. Diese holten uns nachts ab. Am nächsten Tag brauchten wir nicht zur Schule.

Es dürfte kaum verwundern, daß es mit den schulischen Leistungen immer mehr bergab ging. Wir wurden nicht versetzt. Waren wir zuvor schon eine der Älteren, war dies nun noch mehr der Fall. Da das Scheitern in der Schule alles andere als mit mangelnder Intelligenz zu tun hatte, war die Nichtversetzung natürlich auch nicht die Lösung des Problems. Die Dissoziation und stark beeinträchtigte Körperwahrnehmung dürften mit wesentliche Gründe gewesen sein. Nicht allein bloße Leistungsverweigerung.

Gegen Ende der Schulzeit, in den letzten beiden Jahren, kamen wir mit unseren Mitschülern besser zurecht, wurden mehr akzeptiert. Und die schulischen Leistungen wurden deutlich besser. So, daß zum Ende der Zeit, nach dem Realschulabschluß 1988 dort ein Wechsel anstand. Zum Gymnasium.

Von August 1988 an gingen wir auf das Siegtal-Gymnasium Eitorf. Das erste halbe Jahr ging auch an sich richtig gut. Die Noten waren insgesamt besser als auf der Realschule. Dann starb im Januar 1989 unsere Kusine Irene. Das war zwar nicht wirklich überaschend, aber dennoch sehr schwer auszuhalten. Eine kurze Zeit ging gar nichts mehr. Wir hatten auch eine persönliche schwere Krise, die wir so mit niemanden wirklich teilen konnten. Unser Körper rebellierte. Das war lange genug, um in den Leistungen weit abzusinken. Nach nur einem Jahr verließen wir diese Schule. Eigentlich mehr mit der Absicht auf einer Fachoberschule für KUnst und Gestaltung zu gehen, dort hätten wir mit Kunst als Leistungsksurs auch das Abitur machen können.

Nach einem Jahr Pause, in der wir intensiv bei der Versorgung der voll pflegebedürftigen Großmutter halfen, begann 1990 erneut ein neuer Lebensabschnitt. Unsere Berufsausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei der Firma F.W. Böhmer KG in Köln, mit dem Ziel im Anschluß auf die Fachoberschule für Kunst und Gestaltung zu gehen. Damit war auch ein weiterer Schulbesuch verbunden. Nämlich an der Berufbildenden Schule 3 in der Lindenstraße 78. Nach drei Jahren schlossen wir diese 1993 gut ab.

Nach persönlich dramatischen und traumatischen Zeiten, die drei Jahre andauerten, meldeten wir uns am 18. August 1997 am Abendgymnasium Köln an. Sicher zweifelten so einige daran, ob dies von Erfolg sein würde. Auch, weil wir schon einmal in der Jahrgangstufe 11 waren, in Eitorf, mehr aber wegen des guten Berufsschulzeugnisses konnten wir direkt in die Jahrgangsstufe 12, das heißt isn 3. Semester eingestuft werden. Wir waren obdachlos und lebten in einer Notunterkunft. Es klappte, wennauch mit zunehmenden Schwierigkeiten, das alles ging in der Situation an und zeitweise über die Grenzen der emotionalen Belastbarkeit. Wir fanden im November 1997 einen Traumatherapeuten, der sich u.a. auf Opfer organisierter Kriminalität spezialisiert hat. Das war zwar einerseits auch eine enorme Hilfe und gewisse Entlastung, aber auch belastend. Schließlich aber erlangten wir am 25. Mai 1999, noch immer wohnungslos, die Allgemeine Hochschulreife. Am 11. Juni bekamen wir unser Abschlußzeugnis. Und von daher stand dem angestrebten Studium nichts entegegen. Wir schrieben uns für das kommende Wintersemester an der Fernuniversität Hagen in Psychologie mit den Nebenfächern Rechtswissenschaften und Pädagogik ein.

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Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 09.06.2008

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